Saison 2026/27 Ein Konzerthaus für alle: Die Highlights der Konzertsaison im Überblick.

Die Saison 2026/27

Grandiose Orchesterkonzerte und feine Kammermusik, großartige Künstler:innen, dazu mehrere Festivals und thematische Schwerpunkte – die Jubiläumssaison in Elbphilharmonie und Laeiszhalle platzt aus allen Nähten und hält von Alter Musik bis hin zu Jazz und Elektronik für jeden Geschmack etwas bereit.

Thematisch steht der 250. Geburtstag der USA im Zentrum. Sieben der besten US-Orchester sind zu Gast. Die vielfach prämierte Ausnahmekünstlerin Rhiannon Giddens spürt in einem umfassenden »Reflektor«-Festival als Kuratorin, Komponistin und Performerin den globalen Wurzeln amerikanischer Musikkultur nach. Die runden Geburtstage der Komponisten John Adams und Steve Reich werden ebenso gefeiert wie der von Jazz-Gigant John Coltrane. Die US-Komponistin Missy Mazzoli ist mit ihren hochaktuellen Arbeiten »NDR Artist Across Ensembles«, Residenzkünstler sind der Geiger Augustin Hadelich und der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes.

Weitere thematische Schwerpunkte liegen auf der Musik des Libanon und der musikalischen Auseinandersetzung mit dem Prometheus-Mythos. Auch Tanz-Ikone Sasha Waltz gestaltet einen mehrtägigen »Reflektor«. »Elbphilharmonie Visions«, das von Alan Gilbert initiierte Festival für Orchestermusik der Gegenwart, findet zum dritten Mal statt. Das Beethoven-Jahr 2027 wird umfassend zelebriert: Das Quatuor Ébène spielt alle Streichquartette, Igor Levit beginnt einen auf zwei Spielzeiten angelegten Zyklus aller Klaviersonaten, Lang Lang interpretiert sämtliche Klavierkonzerte.

Abseits der Klassik gibt es ein Wiedersehen mit Publikumslieblingen wie Mariza, Angélique Kidjo, Dianne Reeves oder den Punch Brothers. Zahlreiche aufwendige Sonderprojekte, wie Aufführungen von Mieczysław Weinbergs Oper »Die Passagierin« und Luigi Nonos opus magnum »Prometeo«, runden das Programm ab.

Themen & Festivals

15. bis 30. August 2026 : Sommer

Zwei Augustwochen lang bietet der »Elbphilharmonie Sommer« ein gewohnt farbenfrohes Programm: die besten Orchester mit renommierten Dirigent:innen und Solist:innen, mitreißender Jazz und spannende Weltmusik.

Zum Festival »Elbphilharmonie Sommer«
Libanon

29. Oktober bis 1. November 2026 : Libanon

Zwischen uralten Traditionen und dem Klang der Gegenwart – ein Wochenende widmet sich ganz der Musik des Libanon. Mit kraftvollen Stimmen, energiegeladener Tanzmusik und Instrumenten aus der Region hält die vielfältige Kultur des Landes Einzug in die Elbphilharmonie.

Zum Festival »Libanon«
Jacques de l’Ange: Der gefesselte Prometheus (ca. 1650)

Prometheus

Er widersetzte sich den Göttern, um die Menschheit in ein neues Zeitalter zu bringen: Prometheus. Die antike Erlöserfigur fasziniert bis heute und hat zahlreiche Komponist:innen zu großartiger Musik inspiriert. Von Ballettmusik über Sinfonien und Orgelmusik bis zu Liedern präsentieren renommierte Künstler:innen den facettenreichen Titanen.

Zum Schwerpunkt »Prometheus«
Veljko Nenadić

29. Januar bis 7. Februar 2027 : Elbphilharmonie Visions

Neues aus der Gegenwart: Eine Woche lang steht der Große Saal ganz im Zeichen der Musik des 21. Jahrhunderts. Faszinierende Klangwelten entfalten sich in der Elbphilharmonie, mehrere Uraufführungen und wichtige Werke der letzten Jahre stehen bei »Visions« auf dem Programm.

Zum Festival »Elbphilharmonie Visions«
Sasha Waltz

11. bis 14. März 2027 : Reflektor Sasha Waltz

Star-Choreografin Sasha Waltz ist zurück in der Elbphilharmonie! Pünktlich zum 10. Geburtstag präsentiert sie mit ihrer Compagnie einige ihrer gefeierten Performances: Ob zu Klassikern wie Bachs Cello-Suiten und Beethovens Siebter Sinfonie oder Terry Rileys hypnotischem »In C« – Waltz entwickelt zu jeder Musik atemberaubende Choreografien – und tritt natürlich auch selbst als Tänzerin auf.

Zum »Reflektor Sasha Waltz«

30. April bis 6. Juni 2027 : Internationales Musikfest Hamburg

Jedes Jahr bündelt das Internationale Musikfest Hamburg die Kräfte der hiesigen Konzertszene. Als roter Faden fungiert dabei stets ein Motto, das heimische Klangkörper und hochkarätige Gäste mit Leben füllen – »Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll« heißt es in der kommenden Ausgabe.

Zum »Internationalen Musikfest Hamburg«

USA 250

»Alle Menschen sind gleich geschaffen und mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet – Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.« Mit dieser Erklärung sagten sich die Vereinigten Staaten am 4. Juli 1776 von Großbritannien los. Auch wenn ihre Umsetzung – etwa in Bezug auf Frauen, Schwarze und Indigene – lange auf sich warten ließ, zählt der Text zu den wirkmächtigsten der Weltgeschichte. Er bildet die Grundlage des amerikanischen Traums vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Die bewegte Geschichte der USA als Einwanderungsland und »Melting Pot« spiegelt sich in ihrer Musik wider. Sie wurzelt in der Volks-, Kunst- und Kirchenmusik der europäischen Siedler ebenso wie in den Traditionen der versklavten Menschen aus Afrika. Die Elbphilharmonie und Laeiszhalle widmen dieser Vielfalt einen großen Schwerpunkt. Gleich vier der legendären »Big Five«-Orchester – aus New York, Boston, Chicago und Cleveland – gastieren in dieser Saison in Hamburg, ergänzt durch viele weitere Spitzenensembles. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die Suche nach einer eigenen amerikanischen Klangsprache. Antonín Dvořáks »Sinfonie aus der Neuen Welt«, zur Saisoneröffnung vom Pittsburgh Symphony Orchestra gespielt, markierte den Auftakt. Exilkomponisten wie Sergej Rachmaninow und Igor Strawinsky inspirierten eine neue Generation – etwa Aaron Copland, Samuel Barber, George Gershwin und Leonard Bernstein –, die Klassik und Jazz, Volks- und Popkultur verband.

In den 1960er- und 70er-Jahren prägte die Minimal Music eine weitere Stilrichtung. Steve Reich und John Adams, deren Jubiläen mit einem Portraitkonzert bzw. Schwerpunkt gefeiert werden, stehen im Mittelpunkt. Das Internationale Musikfest Hamburg würdigt Julius Eastman – einen der großen Mavericks der US-Musikgeschichte. Auch der Jazz, von jeher eine feste Größe im Programm, wird gefeiert: Besonders John Coltrane steht im Fokus, während Rhiannon Giddens bei ihrem »Reflektor-Festival« die afrikanischen Wurzeln des Banjos beleuchtet.

Amerikanische Orchester

Geballte Exzellenz jenseits des Atlantiks – die Orchester-Landschaft der USA ist legendär. In dieser Saison sind vier der berüchtigten »Big Five« aus New York, Boston, Cleveland und Chicago zu Gast an der Elbe. Hochkarätige Klangkörper aus Kansas City, Pittsburgh und San Diego ergänzen die prestigeträchtige Gruppe und versprechen viele schöne Konzertstunden.

Zur Konzertreihe »Amerikanische Orchester«

Missy Mazzoli

Für die Musik von Missy Mazzoli braucht es mehr als nur einen Klangkörper: Kein Wunder also, dass sie in dieser Saison »NDR Artist Across Ensembles« ist. Orchester, Bigband und Vokalensemble des NDR entführen in die Klanglandschaften zwischen Minimal Music, großem Orchesterklang und experimenteller Performance.

Zum Schwerpunkt »Missy Mazzoli«
John Adams

John Adams

Eine der prägendsten musikalischen Stimmen Amerikas feiert 2027 ihren 80. Geburtstag: John Adams. In fünf Konzerten entfaltet sich das weite Spektrum des Komponisten – von mitreißend pulsierenden Minimal-Strukturen bis zu farbenreichen, orchestral leuchtenden Klangwelten. An einem der Abende steht Adams selbst am Pult und dirigiert das London Symphony Orchestra.

Zur Konzertreihe »John Adams«
Rhiannon Giddens, 17.2.2024

25. bis 29. November 2026 : Reflektor Rhiannon Giddens

Fünf Tage lang kuratiert die US-Amerikanische Banjo-Spielerin, Komponistin und Sängerin Rhiannon Giddens ein Reflektor-Festival. Sie widmet sich mit größter Leidenschaft und noch größerem Erfolg den afrikanischen Ursprüngen in der US-amerikanischen Kultur.

Zum »Reflektor Rhiannon Giddens«
John & Alice Coltrane

John & Alice Coltrane

Joe Lovano, Branford Marsalis und Dianne Reeves – diese Topstars huldigen in ihren Konzerten dem Vermächtnis der Saxofon-Legende John Coltrane, der 100 Jahre alt geworden wäre. Den Geburtstag seiner zehn Jahre jüngeren Frau Alice, die als Pianistin und Harfenistin in die Jazz-Geschichte einging, feiert ihr gemeinsamer Sohn Ravi Coltrane mit Brandee Younger.

Zum Schwerpunkt »John & Alice Coltrane«
Punch Brothers

Weitere Highlights

Das vielfarbige stilistische Kaleidoskop der amerikanischen Musikgeschichte spiegelt sich nicht nur in den großen Festivals und Schwerpunkten der Saison wider, sondern auch in etlichen Einzelprojekten. Gestaltet werden sie u.a. von der dynamischen Colin Currie Group und Rockstar Bryce Dessner, Drummerin Terri Lyne Carrington mit »We Insist 2026!« und den Punch Brothers um den beliebten Frontmann Chris Thile.

Zu den weiteren Highlights

28. bis 30. Mai 2027 : Julius Eastman

Im Zuge des Internationalen Musikfest Hamburg und passend zum Schwerpunkt »USA 250« ist dem New Yorker Komponisten Julius Eastman ein eigener Schwerpunkt gewidmet. Eastman fasste seine Identität als Schwarzer und homosexueller Künstler in eine höchst individuelle Musiksprache, Schlüsselwerke seines Schaffens erklingen im Kleinen Saal der Elbphilharmonie.

Das vollständige Programm wird im November bekannt gegeben.

Ludwig van Beethoven

»Ich will dem Schicksal in den Rachen greifen«, notierte Ludwig van Beethoven angesichts seiner fortschreitenden Taubheit trotzig. »Niederbeugen soll es mich gewiss nicht.« Diese selbstbewusste, kämpferische Haltung ist typisch für den Komponisten, der in seiner Musik Inspiration, zwingende Logik, romantische Abgründigkeit und pure Wucht vereinte wie niemand vor oder nach ihm. Schon zu Lebzeiten wurde er als »Titan« auf einen Sockel gehoben, von dem aus er bis heute das Konzertleben dominiert. Aus Anlass seines 200. Todestages am 26. März 2027 erfährt seine Omnipräsenz nochmals eine Steigerung in Form gleich mehrerer Zyklen.

Superstar Lang Lang spielt alle fünf Klavierkonzerte, begleitet von Andris Nelsons mit »seinen« beiden Orchestern aus Boston und Leipzig und gepaart mit etlichen Sinfonien. Das unwiderstehliche Quatuor Ébène musiziert seine sämtlichen Streichquartette, der Tasten-Philosoph Igor Levit beginnt eine auf zwei Spielzeiten angelegte Serie sämtlicher Klaviersonaten. Mit ihnen beschäftigen sich auch etliche weitere Pianist:innen. Stellvertretend für die zahlreichen Sinfonie-Aufführungen steht die Neunte mit Iván Fischer und seinem fantastischen Budapest Festival Orchestra.

Quatuor Ébène

Die Streichquartette

Mit seinen 16 Streichquartetten hat Beethoven einen bedeutenden Beitrag zur gesamten Gattung geleistet. Zum 200. Todestag spielt das renommierte Quatuor Ébène sämtliche Quartette in einer Saison. Erfahrung haben die vier Musiker:innen genug: Ihre Gesamteinspielung wurde einhellig von der Kritik gefeiert.

Zur Konzertreihe »Beethoven: Die Streichquartette«
Igor Levit

Die Klaviersonaten

»Diese Sonaten sind für mich ein Kompendium all dessen, wozu wir Menschen emotional imstande sind«, sagt Pianist Igor Levit über Beethovens 32 Klaviersonaten. Über zwei Spielzeiten hinweg widmet er sich diesem gewaltigen Klavierkosmos und begibt sich auf eine Reise tief ins Innere des Komponisten.

Zur Konzertreihe »Beethoven: Die Klaviersonaten«
Lang Lang

Die Klavierkonzerte

Lang Lang, Andris Nelsons und das Boston Symphony Orchestra im Wechsel mit dem Gewandhausorchester Leipzig – allein die Besetzung vereint starke Argumente für das großangelegte Projekt der Musiker:innen. Und auch die Musik gehört zum Besten des Repertoires: Beethovens monumentale fünf Klavierkonzerte.

Zur Konzertreihe »Beethoven: Die Klavierkonzerte«
Martin Haselböck

Die Sinfonien

Martin Haselböck und das Orchester Wiener Akademie haben im Projekt »Resound Beethoven« alle Beethoven-Sinfonien auf historischen Instrumenten an den Original-Uraufführungsorten in Wien eingespielt. In gleicher Konstellation kommen sie nun nach Hamburg und spielen in vier Konzerten sämtliche Sinfonien von Beethoven.

Zur Konzertreihe »Beethoven: Die Sinfonien«
Ludwig van Beethoven, Portrait von Joseph-Karl-Stieler, 1820

Noch mehr Beethoven

Zahlreiche weitere Solisten und Orchester widmen sich dem Schaffen des Titanen: Leif Ove Andsnes und Rudolf Buchbinder spielen ausgewählte Sonaten, Iván Fischer und sein fantastisches Budapest Festival Orchestra kommen mit der Neunten nach Hamburg. Jan Caeyers und Kit Armstrong setzen ihren Zyklus »Beethoven27« fort. Außerdem hat Jordi Savall die »Missa solemnis« aufs Programm gesetzt und das Philharmonische Staatsorchester, Omer Meir Wellber und der Schauspieler Nicholas Ofczarek gedenken des Komponisten an seinem Todestag.

Zu den weiteren Beethoven-Konzerten

Künstler im Fokus

Leif Ove Andsnes

Leif Ove Andsnes

Als Residenzkünstler des NDR Elbphilharmonie Orchesters spielt der Norweger Leif Ove Andsnes große Klavierkonzerte von Britten, Mazzoli und Brahms. Außerdem tritt er mit den Berliner Philharmoniker unter Chefdirigenten Kirill Petrenko auf und geht er in einem Solo-Rezital den Geheimnissen der späten Klaviersonaten Beethovens auf den Grund.

Zum Schwerpunkt »Leif Ove Andsnes«
Augustin Hadelich

Augustin Hadelich

Mit seinem einzigartigen Klang erfüllt er die größten Konzertsäle weltweit – jetzt ist der Violinist Augustin Hadelich als Residenzkünstler der Elbphilharmonie gleich viermal in Hamburg zu erleben. Dabei glänzt Hadelich als virtuoser Solist mit Orchester, im Duo mit dem Pianisten Seong-Jin Cho und in einer grandiosen Trio-Besetzung.

Zum Schwerpunkt »Augustin Hadelich«
Barcelona Symphony Orchestra

Orchester aus aller Welt

Dafür wurde die Elbphilharmonie gebaut, das macht immer noch am meisten Eindruck: große Orchester, angeleitet von den führenden Dirigenten unserer Tage, und auf dem Programm nur das Beste, was das reiche Repertoire der Musikgeschichte bereithält.

Alle Orchesterkonzerte

Residenzorchester

Alan Gilbert

NDR Elbphilharmonie Orchester

Als Residenzorchester der Elbphilharmonie prägt das NDR Elbphilharmonie Orchester maßgeblich das künstlerische Profil des Hauses. Gemeinsam mit seinem Chefdirigenten Alan Gilbert setzt es auch in der Saison 2026/27 einen Schwerpunkt auf die Musik der Moderne.

Alle Konzerte des NDR Elbphilharmonie Orchesters
Omer Meir Wellber

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Was für ein Pensum: Rund 250 Opern- und Ballettvorstellungen in der Staatsoper spielt das Philharmonische Staatsorchester im Jahr. Daneben finden die rund 140 Musikerinnen und Musiker auch noch Zeit für zehn je doppelt gespielte Abo-Konzerte im Großen Saal der Elbphilharmonie.

Alle Konzerte des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg
Sylvain Cambreling

Symphoniker Hamburg

Als drittes großes Orchester tragen die Symphoniker Hamburg und ihr Chefdirigent Sylvain Cambreling mit klug konzipierten und mitreißend gespielten Konzertprogrammen essenziell zum Angebot der Musikstadt Hamburg bei. Ihre Heimat ist die traditionsreiche Laeiszhalle; dazu kommen Ausflüge in die Elbphilharmonie.

Alle Konzerte der Symphoniker Hamburg
Ensemble Resonanz

Ensemble Resonanz

Mit seiner außergewöhnlichen Spielfreude und künstlerischen Qualität zählt das Ensemble Resonanz zu den führenden Streichorchestern weltweit. Als Residenzensemble der Elbphilharmonie gestaltet es hier das Abonnement »resonanzen«. Dabei spannen die Musiker:innen in höchst innovativen Programmen den Bogen von der Tradition zur Gegenwart.

Zum Abo »resonanzen«
Paavo Järvi

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Stets sensationell und auch in dieser Saison gleich dreimal in Hamburg zu Gast – je einmal mit Chefdirigent Paavo Järvi höchstpersönlich, mit Pult-Jungstar Tarmo Peltokoski und Riccardo Minasi, der sein Debüt mit dem Orchester gibt.

Zum Abo »Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen«
Thomas Hengelbrock

Balthasar-Neumann-Chor und -Orchester

Sie gehören längst zu den Säulen des Hamburger Musiklebens und zur Weltspitze der historischen Aufführungspraxis: Thomas Hengelbrock und sein Balthasar-Neumann-Chor und -Orchester widmen sich in dieser Saison unter anderem Schumanns Faust-Szenen und mit dem Pult-Neuzugang Lionel Sow Bachs Johannes-Passion.

Zur Konzertreihe »Balthasar-Neumann-Chor und -Orchester«

Genres

Jakub Józef Orliński
Jakub Józef Orliński © Honorata Karapuda

Opern & Vokalwerke

Große Opern überwältigen im Großen Saal der Elbphilharmonie auch im schlichten konzertanten Gewand. Highlights dieser Saison sind Mieczysław Weinbergs Opus Magnum »Die Passagierin« und Luigi Nonos visionäres Musiktheater »Prometeo«. René Jacobs kehrt mit Antonio Salieris »Falstaff« zurück. Alan Gilbert mit Chor und Orchester von NDR und MDR präsentieren Strawinskys »Oedipus Rex«. Großbesetzte Vokalwerke mit Chören und Solist:innen gehören natürlich auch zum Programm: Giovanni Battista Pergolesis »Stabat Mater« mit dem charismatischen Jakub Józef Orliński, gleich zwei klanggewaltige Chorwerke von Hector Berlioz sowie die Matthäus-Passion mit dem Freiburger Barockorchester unter der Leitung von Sir Simon Rattle.

Rei Nakamura
Rei Nakamura © Anja Thölking

Neue Musik

Hier hat die Gegenwart einen festen Platz: In der Elbphilharmonie wird die Neue Musik hochgehalten und die Vielfältigkeit der Szene präsentiert. Das große Aushängeschild ist Festival »Visions«, dass eine Woche lang Uraufführungen und große Werke der letzten Jahre auf die Bühne bringt. Gleich zwei große Komponist:innen aus Amerika sind Schwerpunkte gewidmet: Missy Mazzoli und John Adams – ihre Musik steht für die großartige Kultur eines Landes in Aufruhr. Weitere Highlights sind Sofia Gubaidulinas Oratorium »Über Liebe und Hass« und das Ensemble Le Balcon mit einem psychedelischen Trip von Fausto Romitelli.

Sir Simon Rattle / Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Sir Simon Rattle / Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks © Carolin Windel

Alte Musik & Originalklang

Wie klingt eine Geige mit Saiten aus weichem Naturdarm statt aus hartem Metall? Viele Konzerte bieten die Möglichkeit, in die höchst lebendigen Klangwelten vergangener Jahrhunderte einzutauchen. Zum Teil sind sie zusammengefasst im traditionsreichen Abo »Das Alte Werk«, das in dieser Saison unter anderem gleich zwei konzertante Opern und Bachs beliebte »Brandenburgische Konzerte« bietet. Unabhängig davon kommen Stars wie Giovanni Antonini mit seinem Ensemble Il Giardino Armonico und Julia Lezhneva, Sir Simon Rattle mit einer Matthäus-Passion und Publikumsliebling Jordi Savall mit der »Missa solemnis« zu Beethovens 200. Todestag.

Diana Damrau
Diana Damrau © Jiyang Chen

Lieder- und Arienabende

Die großen Stimmen der Gegenwart erleben: Liedsänger:innen und Opernstars wie Thomas Hampson, Julian Prégardien, Rolando Villazón oder Diana Damrau präsentieren sich in facettenreichen Arienprogrammen und intimen Liederabenden – stets begleitet von den erfahrensten Liedbegleiter:innen und erstklassigen Ensembles.

Lucas & Arthur Jussen
Lucas & Arthur Jussen © Jesaja Hizkia

Klavierabende

Sie gelten als das »Neue Testament der Klaviermusik«: Beethovens 32 Klaviersonaten. Zum 200. Todestag des Komponisten widmen sich herausragende Pianist:innen wie Igor Levit, Piotr Anderszewski, Hélène Grimaud und Rudolf Buchbinder diesem gewaltigen Vermächtnis – und auch Leif Ove Andsnes, Residenzkünstler des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Die Reihe »Pianomania« widmet sich ganz dem Komponisten Domenico Scarlatti und einigen seiner 555 Klaviersonaten. Zudem kehren vertraute Gesichter zurück: Evgeny Kissin im Duo mit Sir András Schiff, die gefeierten Jussen-Bruder, Grigory Sokolov und Publikumsliebling Víkingur Ólafsson. Für frischen Wind sorgt die jüngste Generation weltweit gefeierter Tastentiger: Seong-Jin Cho, Hayato Sumino und Yunchan Lim.

Quatuor Ébène
Quatuor Ébène © Julien Mignot

Kammermusik

Wie geschaffen für Kammermusik und Liederabende sind jeweils die Kleinen Säle der Elbphilharmonie und Laeiszhalle. Im intimen Ambiente rückt man noch näher an die Künstler:innen heran und kann die Interaktion auf der Bühne besonders gut verfolgen. In der Laeiszhalle finden sich echte All-Star-Formationen zusammen, die so sonst nur selten zu erleben sind – mit dabei ist auch Residenzkünstler Augustin Hadelich, der für Kammermusik mit ebenso berühmten Freunden immer eine Lücke in seinem vollen Terminkalender findet.

Isaiah Collier
Isaiah Collier © Johanna Brinckmann

Junge Künstler:innen

Diese Künstler:innen haben das Zeug dazu, die großen Namen von morgen zu werden. Für die »Rising Stars« wählen die großen europäischen Konzerthäuser jedes Jahr die spannendsten Nachwuchsmusiker:innen aus und schicken sie auf Tournee. Die Künstler:innen der Reihe »FAST LANE« haben ihre Anfänge teilweise in der Elbphilharmonie gemacht und befinden sich nun auf der Überholspur zur großen Karriere – nach Hamburg kehren sie immer wieder gern zurück. Die »Teatime Classics« präsentieren im Kleinen Saal der Laeiszhalle handverlesene junge Preisträger:innen.

Iveta Apkalna
Iveta Apkalna © Aiga Redmane

Orgel

Nicht nur die Elbphilharmonie feiert in dieser Saison ihr Jubiläum, sondern auch die Orgel des Großen Saals. Auf den Tag zehn Jahre nach dem offiziellen Einweihungskonzert blickt die Titularorganistin Iveta Apkalna im Januar 2027 musikalisch zurück. Zudem rahmt sie die Orgel-Saison mit Saint-Saëns’ opulenter Orgelsinfonie und einem neuen Solokonzert des Finnen Sebastian Fagerlund. Außerdem: Thierry Escaich kombiniert Tänze mit Improvisationen, Isabelle Demers portraitiert den Hypervirtuosen Charles-Valentin Alkan, der deutsche Senkrechtstarter Aurel Dawidiuk nähert sich Bach, und auch die »TikTok-Organistin « Anna Lapwood kehrt zurück.

Terri Lyne Carrington
Terri Lyne Carrington © Michael Goldman

Jazz

Passend zum Schwerpunkt »USA 250« bringt die Elbphilharmonie Jazzgrößen wie John Scofield, Julian Lage und John Medeski sowie Cécile McLorin Salvant und Terri Lyne Carrington auf die Bühne. Zudem würdigen Allstars um Joe Lovano und Branford Marsalis John Coltranes 100. Geburtstag und feiern das Erbe des Jazz. Die Jazz-Harfenistin, Pianistin und kongeniale Komponistin Alice Coltrane wäre 2027 90 Jahre alt geworden und so gestaltet ihr Sohn Ravi Coltrane mit der gefeierten Harfenistin Brandee Younger einen Tribut-Abend für seine Mutter Alice.

Abeer Nehme
Abeer Nehme © IDPhotography

Weltmusik

Als Haus der offenen Türen und Ohren ist die Elbphilharmonie seit jeher ein Treffpunkt für musikalische Stile und Traditionen aus aller Welt. Neben den brasilianischen Legenden Arthur Verocai und Djavan kehren die Publikumslieblinge Angélique Kidjo und Youssou NDour zurück – dieses Mal als Duo. In der Reihe »Klassik der Welt« liegt der Schwerpunkt auf traditioneller Kunstmusik, die sich in allen Erdteilen über Jahrtausende entwickelt hat. Dazu gibt es zwei große Festivals: Im Herbst kann man in die kontrastreiche aktuelle Musikszene des Libanon eintauchen. Abwechslungsreich wird es auch beim »Reflektor«-Festival der US-amerikanischen Banjo-Spielerin und Folk-Sängerin Rhiannon Giddens.

Diego Noguera
Diego Noguera © Doro Zinn

Pop & Elektronik

Zu einem Konzerthaus des 21. Jahrhunderts gehören selbstverständlich auch Pop und Elektronik. Angesagte Hamburger Künstler:innen finden in der Reihe »Made in Hamburg« ihren Platz. Klangmagierinnen, Synthesizer-Götter und modulare Frickler treten in der Reihe »ePhil« in der Elbphilharmonie auf. Und bei »ProArte X« finden spannende Grenzgänger:innen einen Platz.

Schulkonzert
Schulkonzert © Claudia Höhne

Musik für alle

Hier ist für alle etwas dabei: Die »Funkelkonzerte« bringen die beliebtesten Produktionen für Kinder aus ganz Europa nach Hamburg. Die Konzerte von »Gen Elphi« richten sich an junge Menschen ab 14 Jahren. »Klangzeit« richtet sich an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Das gemeinsame Musiktheatererlebnis »This is absolutely normal and nobody is concerned« erörtert Fragen zu Intimität, Rebellion und Zerbrechlichkeit. Und auch in den Stadtteil-Kulturzentren hält die Elbphilharmonie ein umfassendes Angebot bereit.