Die Saison 2026/27:
10 Jahre Elbphilharmonie
Auch in der Jubiläumssaison bieten Elbphilharmonie und Laeiszhalle wieder ein farbenfrohes Programm, einmalige Gemeinschaftserlebnisse und natürlich die besten Musiker:innen unserer Zeit!
Die Saison 2026/27
Grandiose Orchesterkonzerte und feine Kammermusik, großartige Künstler:innen, dazu mehrere Festivals und thematische Schwerpunkte – die Jubiläumssaison in Elbphilharmonie und Laeiszhalle platzt aus allen Nähten und hält von Alter Musik bis hin zu Jazz und Elektronik für jeden Geschmack etwas bereit.
Thematisch steht der 250. Geburtstag der USA im Zentrum. Sieben der besten US-Orchester sind zu Gast. Die vielfach prämierte Ausnahmekünstlerin Rhiannon Giddens spürt in einem umfassenden »Reflektor«-Festival als Kuratorin, Komponistin und Performerin den globalen Wurzeln amerikanischer Musikkultur nach. Die runden Geburtstage der Komponisten John Adams und Steve Reich werden ebenso gefeiert wie der von Jazz-Gigant John Coltrane. Die US-Komponistin Missy Mazzoli ist mit ihren hochaktuellen Arbeiten »NDR Artist Across Ensembles«, Residenzkünstler sind der Geiger Augustin Hadelich und der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes.
Weitere thematische Schwerpunkte liegen auf der Musik des Libanon und der musikalischen Auseinandersetzung mit dem Prometheus-Mythos. Auch Tanz-Ikone Sasha Waltz gestaltet einen mehrtägigen »Reflektor«. »Elbphilharmonie Visions«, das von Alan Gilbert initiierte Festival für Orchestermusik der Gegenwart, findet zum dritten Mal statt. Das Beethoven-Jahr 2027 wird umfassend zelebriert: Das Quatuor Ébène spielt alle Streichquartette, Igor Levit beginnt einen auf zwei Spielzeiten angelegten Zyklus aller Klaviersonaten, Lang Lang interpretiert sämtliche Klavierkonzerte.
Abseits der Klassik gibt es ein Wiedersehen mit Publikumslieblingen wie Mariza, Angélique Kidjo, Dianne Reeves oder den Punch Brothers. Zahlreiche aufwendige Sonderprojekte, wie Aufführungen von Mieczysław Weinbergs Oper »Die Passagierin« und Luigi Nonos opus magnum »Prometeo«, runden das Programm ab.
Themen & Festivals
USA 250
»Alle Menschen sind gleich geschaffen und mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet – Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.« Mit dieser Erklärung sagten sich die Vereinigten Staaten am 4. Juli 1776 von Großbritannien los. Auch wenn ihre Umsetzung – etwa in Bezug auf Frauen, Schwarze und Indigene – lange auf sich warten ließ, zählt der Text zu den wirkmächtigsten der Weltgeschichte. Er bildet die Grundlage des amerikanischen Traums vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Die bewegte Geschichte der USA als Einwanderungsland und »Melting Pot« spiegelt sich in ihrer Musik wider. Sie wurzelt in der Volks-, Kunst- und Kirchenmusik der europäischen Siedler ebenso wie in den Traditionen der versklavten Menschen aus Afrika. Die Elbphilharmonie und Laeiszhalle widmen dieser Vielfalt einen großen Schwerpunkt. Gleich vier der legendären »Big Five«-Orchester – aus New York, Boston, Chicago und Cleveland – gastieren in dieser Saison in Hamburg, ergänzt durch viele weitere Spitzenensembles. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die Suche nach einer eigenen amerikanischen Klangsprache. Antonín Dvořáks »Sinfonie aus der Neuen Welt«, zur Saisoneröffnung vom Pittsburgh Symphony Orchestra gespielt, markierte den Auftakt. Exilkomponisten wie Sergej Rachmaninow und Igor Strawinsky inspirierten eine neue Generation – etwa Aaron Copland, Samuel Barber, George Gershwin und Leonard Bernstein –, die Klassik und Jazz, Volks- und Popkultur verband.
In den 1960er- und 70er-Jahren prägte die Minimal Music eine weitere Stilrichtung. Steve Reich und John Adams, deren Jubiläen mit einem Portraitkonzert bzw. Schwerpunkt gefeiert werden, stehen im Mittelpunkt. Das Internationale Musikfest Hamburg würdigt Julius Eastman – einen der großen Mavericks der US-Musikgeschichte. Auch der Jazz, von jeher eine feste Größe im Programm, wird gefeiert: Besonders John Coltrane steht im Fokus, während Rhiannon Giddens bei ihrem »Reflektor-Festival« die afrikanischen Wurzeln des Banjos beleuchtet.
Ludwig van Beethoven
»Ich will dem Schicksal in den Rachen greifen«, notierte Ludwig van Beethoven angesichts seiner fortschreitenden Taubheit trotzig. »Niederbeugen soll es mich gewiss nicht.« Diese selbstbewusste, kämpferische Haltung ist typisch für den Komponisten, der in seiner Musik Inspiration, zwingende Logik, romantische Abgründigkeit und pure Wucht vereinte wie niemand vor oder nach ihm. Schon zu Lebzeiten wurde er als »Titan« auf einen Sockel gehoben, von dem aus er bis heute das Konzertleben dominiert. Aus Anlass seines 200. Todestages am 26. März 2027 erfährt seine Omnipräsenz nochmals eine Steigerung in Form gleich mehrerer Zyklen.
Superstar Lang Lang spielt alle fünf Klavierkonzerte, begleitet von Andris Nelsons mit »seinen« beiden Orchestern aus Boston und Leipzig und gepaart mit etlichen Sinfonien. Das unwiderstehliche Quatuor Ébène musiziert seine sämtlichen Streichquartette, der Tasten-Philosoph Igor Levit beginnt eine auf zwei Spielzeiten angelegte Serie sämtlicher Klaviersonaten. Mit ihnen beschäftigen sich auch etliche weitere Pianist:innen. Stellvertretend für die zahlreichen Sinfonie-Aufführungen steht die Neunte mit Iván Fischer und seinem fantastischen Budapest Festival Orchestra.
Künstler im Fokus
Residenzorchester
Genres
Opern & Vokalwerke
Große Opern überwältigen im Großen Saal der Elbphilharmonie auch im schlichten konzertanten Gewand. Highlights dieser Saison sind Mieczysław Weinbergs Opus Magnum »Die Passagierin« und Luigi Nonos visionäres Musiktheater »Prometeo«. René Jacobs kehrt mit Antonio Salieris »Falstaff« zurück. Alan Gilbert mit Chor und Orchester von NDR und MDR präsentieren Strawinskys »Oedipus Rex«. Großbesetzte Vokalwerke mit Chören und Solist:innen gehören natürlich auch zum Programm: Giovanni Battista Pergolesis »Stabat Mater« mit dem charismatischen Jakub Józef Orliński, gleich zwei klanggewaltige Chorwerke von Hector Berlioz sowie die Matthäus-Passion mit dem Freiburger Barockorchester unter der Leitung von Sir Simon Rattle.
Neue Musik
Hier hat die Gegenwart einen festen Platz: In der Elbphilharmonie wird die Neue Musik hochgehalten und die Vielfältigkeit der Szene präsentiert. Das große Aushängeschild ist Festival »Visions«, dass eine Woche lang Uraufführungen und große Werke der letzten Jahre auf die Bühne bringt. Gleich zwei große Komponist:innen aus Amerika sind Schwerpunkte gewidmet: Missy Mazzoli und John Adams – ihre Musik steht für die großartige Kultur eines Landes in Aufruhr. Weitere Highlights sind Sofia Gubaidulinas Oratorium »Über Liebe und Hass« und das Ensemble Le Balcon mit einem psychedelischen Trip von Fausto Romitelli.
Alte Musik & Originalklang
Wie klingt eine Geige mit Saiten aus weichem Naturdarm statt aus hartem Metall? Viele Konzerte bieten die Möglichkeit, in die höchst lebendigen Klangwelten vergangener Jahrhunderte einzutauchen. Zum Teil sind sie zusammengefasst im traditionsreichen Abo »Das Alte Werk«, das in dieser Saison unter anderem gleich zwei konzertante Opern und Bachs beliebte »Brandenburgische Konzerte« bietet. Unabhängig davon kommen Stars wie Giovanni Antonini mit seinem Ensemble Il Giardino Armonico und Julia Lezhneva, Sir Simon Rattle mit einer Matthäus-Passion und Publikumsliebling Jordi Savall mit der »Missa solemnis« zu Beethovens 200. Todestag.
Lieder- und Arienabende
Die großen Stimmen der Gegenwart erleben: Liedsänger:innen und Opernstars wie Thomas Hampson, Julian Prégardien, Rolando Villazón oder Diana Damrau präsentieren sich in facettenreichen Arienprogrammen und intimen Liederabenden – stets begleitet von den erfahrensten Liedbegleiter:innen und erstklassigen Ensembles.
Klavierabende
Sie gelten als das »Neue Testament der Klaviermusik«: Beethovens 32 Klaviersonaten. Zum 200. Todestag des Komponisten widmen sich herausragende Pianist:innen wie Igor Levit, Piotr Anderszewski, Hélène Grimaud und Rudolf Buchbinder diesem gewaltigen Vermächtnis – und auch Leif Ove Andsnes, Residenzkünstler des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Die Reihe »Pianomania« widmet sich ganz dem Komponisten Domenico Scarlatti und einigen seiner 555 Klaviersonaten. Zudem kehren vertraute Gesichter zurück: Evgeny Kissin im Duo mit Sir András Schiff, die gefeierten Jussen-Bruder, Grigory Sokolov und Publikumsliebling Víkingur Ólafsson. Für frischen Wind sorgt die jüngste Generation weltweit gefeierter Tastentiger: Seong-Jin Cho, Hayato Sumino und Yunchan Lim.
Kammermusik
Wie geschaffen für Kammermusik und Liederabende sind jeweils die Kleinen Säle der Elbphilharmonie und Laeiszhalle. Im intimen Ambiente rückt man noch näher an die Künstler:innen heran und kann die Interaktion auf der Bühne besonders gut verfolgen. In der Laeiszhalle finden sich echte All-Star-Formationen zusammen, die so sonst nur selten zu erleben sind – mit dabei ist auch Residenzkünstler Augustin Hadelich, der für Kammermusik mit ebenso berühmten Freunden immer eine Lücke in seinem vollen Terminkalender findet.
Junge Künstler:innen
Diese Künstler:innen haben das Zeug dazu, die großen Namen von morgen zu werden. Für die »Rising Stars« wählen die großen europäischen Konzerthäuser jedes Jahr die spannendsten Nachwuchsmusiker:innen aus und schicken sie auf Tournee. Die Künstler:innen der Reihe »FAST LANE« haben ihre Anfänge teilweise in der Elbphilharmonie gemacht und befinden sich nun auf der Überholspur zur großen Karriere – nach Hamburg kehren sie immer wieder gern zurück. Die »Teatime Classics« präsentieren im Kleinen Saal der Laeiszhalle handverlesene junge Preisträger:innen.
Orgel
Nicht nur die Elbphilharmonie feiert in dieser Saison ihr Jubiläum, sondern auch die Orgel des Großen Saals. Auf den Tag zehn Jahre nach dem offiziellen Einweihungskonzert blickt die Titularorganistin Iveta Apkalna im Januar 2027 musikalisch zurück. Zudem rahmt sie die Orgel-Saison mit Saint-Saëns’ opulenter Orgelsinfonie und einem neuen Solokonzert des Finnen Sebastian Fagerlund. Außerdem: Thierry Escaich kombiniert Tänze mit Improvisationen, Isabelle Demers portraitiert den Hypervirtuosen Charles-Valentin Alkan, der deutsche Senkrechtstarter Aurel Dawidiuk nähert sich Bach, und auch die »TikTok-Organistin « Anna Lapwood kehrt zurück.
Jazz
Passend zum Schwerpunkt »USA 250« bringt die Elbphilharmonie Jazzgrößen wie John Scofield, Julian Lage und John Medeski sowie Cécile McLorin Salvant und Terri Lyne Carrington auf die Bühne. Zudem würdigen Allstars um Joe Lovano und Branford Marsalis John Coltranes 100. Geburtstag und feiern das Erbe des Jazz. Die Jazz-Harfenistin, Pianistin und kongeniale Komponistin Alice Coltrane wäre 2027 90 Jahre alt geworden und so gestaltet ihr Sohn Ravi Coltrane mit der gefeierten Harfenistin Brandee Younger einen Tribut-Abend für seine Mutter Alice.
Weltmusik
Als Haus der offenen Türen und Ohren ist die Elbphilharmonie seit jeher ein Treffpunkt für musikalische Stile und Traditionen aus aller Welt. Neben den brasilianischen Legenden Arthur Verocai und Djavan kehren die Publikumslieblinge Angélique Kidjo und Youssou NDour zurück – dieses Mal als Duo. In der Reihe »Klassik der Welt« liegt der Schwerpunkt auf traditioneller Kunstmusik, die sich in allen Erdteilen über Jahrtausende entwickelt hat. Dazu gibt es zwei große Festivals: Im Herbst kann man in die kontrastreiche aktuelle Musikszene des Libanon eintauchen. Abwechslungsreich wird es auch beim »Reflektor«-Festival der US-amerikanischen Banjo-Spielerin und Folk-Sängerin Rhiannon Giddens.
Pop & Elektronik
Zu einem Konzerthaus des 21. Jahrhunderts gehören selbstverständlich auch Pop und Elektronik. Angesagte Hamburger Künstler:innen finden in der Reihe »Made in Hamburg« ihren Platz. Klangmagierinnen, Synthesizer-Götter und modulare Frickler treten in der Reihe »ePhil« in der Elbphilharmonie auf. Und bei »ProArte X« finden spannende Grenzgänger:innen einen Platz.
Musik für alle
Hier ist für alle etwas dabei: Die »Funkelkonzerte« bringen die beliebtesten Produktionen für Kinder aus ganz Europa nach Hamburg. Die Konzerte von »Gen Elphi« richten sich an junge Menschen ab 14 Jahren. »Klangzeit« richtet sich an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Das gemeinsame Musiktheatererlebnis »This is absolutely normal and nobody is concerned« erörtert Fragen zu Intimität, Rebellion und Zerbrechlichkeit. Und auch in den Stadtteil-Kulturzentren hält die Elbphilharmonie ein umfassendes Angebot bereit.
Saison-Archiv :Ein Überblick über die Saisons 2016/17 bis 2025/26
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